Lilith

Eine große politische Frage unserer Zeit ist wohl die Gender-Frage, oder: was unterscheidet die Frau vom Mann? Zur Einstimmung auf das Thema schlage ich eine der neuen Southpark Folgen vor: http://www.southpark.de/alle-episoden/s18e03-the-cissy

Man kann sagen: gar nichts – und das hat seine Berechtigung. Warum sollte eine Frau für gleiche Arbeit weniger Geld kriegen? Warum ein Mann sich nicht um seine Kinder kümmern? Im Ende sind alles Menschen, die Liebe und Angst empfinden können, ähnlich denken und aufeinander angewiesen sind.
Auf der anderen Seite sind Unterschiede zwischen Mann und Frau offenkundig: Ein Baby braucht nicht geboren zu sein, schon weiß man ob es Junge oder Mädchen sein wird. Männer und Frauen sehen unterschiedlich aus, werden unterschiedlich erzogen, benehmen sich unterschiedlich, folgen unterschiedlichen Rollen. Wer sagt zwischen Mädchen und Jungen gäbe es keinen praktischen Unterschied, war noch nie dabei, wenn ein Mädchen eine Elektrotechnik-Vorlesung betritt.

Ich möchte erst über den persönlichen Aspekt dieser Frage reden: Was ist denn eigentlich genau der Unterschied zwischen Mann und Frau? Also über Beziehungen und Sex.

Dazu empfehle ich zunächst (englisch, meiner Meinung nach geht der Autor, von einer sehr interessanten Kernbotschaft aus, in manchen Aspekten etwas zu weit): http://blog.kareldonk.com/understanding-women/ , ich fasse oberflächlich zusammen: Beziehungen, wie wir sie heute führen sind historisch geformt. Dabei haben sich Bilder von Mann und Frau herausgebildet, die schädlich geworden sind. Etwa muss sich eine Frau keusch geben, um nicht als Schlampe dazustehen. Ganz und gar keusch zu sein widerspricht aber der menschlichen Natur: In einem solchen Stereotyp gefangen kann frau nur verlieren, weil sie entweder gegen sich selbst oder gegen ihr Umfeld sein muss: Unterdrückt sie ihre Triebe ist das ungesund für sie, folgt sie ihnen wird sie der Gesellschaft verstoßen.

Ein weiteres Beispiel für ein schädliches Beziehungsbild ist die Vorstellung, der Mann müsse sich seine Frau erobern. Zunächst: nein, dem sollte nicht so sein. Liebe ist eine Sache der Gegenseitigkeit, und um herauszufinden, ob er… genauso wie ich… , da sind Mädchen wie Jungen unter Zugzwang (und gottlob sind sie mitunter viel weniger schüchtern als ihre männlichen Eroberer).

Das Bild der Eroberung ist aber ein gefährliches: Der Mann erwartet von der Frau sich zu zieren und muss aktiv werden. Wenn die Frau sich jetzt aber gar nicht ziert, sondern einfach nur nicht interessiert ist? Dann ist das erst mal unangenehm. Aber irgendwann verwischen die Grenzen, aus versuchter Eroberung wird sexuelle Belästigung und im schlimmsten Fall Vergewaltigung, wenn ein Idiot wirklich geglaubt hat Nein hieße Ja.

Dagegen kann man sofort argumentieren: So blöd kann doch niemand sein, dass er ohne es zu merken wen vergewaltigt. Aber wenn viele Faktoren zusammenkommen, ist eine missglückte Kommunikation einer der wichtigeren. Der Idiot hat aus ungeschriebenen Gesetzen (du musst sie erobern) die Botschaft interpretiert, die ihm am liebsten war. Weil die Konvention hier sagt, ein Blick sage mehr als tausend Worte kann er den Blick einfach falsch verstehen und ist am Ende nur ein Idiot, nicht der Verbrecher der er sein sollte.

Seit neuem gibt es in Kalifornien ein neues Gesetz, welches besagt: „Yes means yes“, oder: Sex ist nur dann sicher keine Vergewaltigung, wenn beide Partner vorher explizit zugesagt haben. Dieses Prinzip möchte ich als Lebensmotto vorschlagen. Ich habe mal von der Idee gehört, in unklaren Situationen einfach nachzufragen. Beim ersten Date im Kino: „Darf ich deinen Arm um deine Schultern legen?“ oder „Ich würde dich gerne küssen…“ Dadurch, dass alles so klarer wird, wird es auch einfach ein Nein zu akzeptieren. Weil Nein dann nun mal Nein heißt.

Das hier noch zum Schluss mit auf den Weg: https://www.ted.com/talks/al_vernacchio_sex_needs_a_new_metaphor_here_s_one

Bis Mittwoch

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Ein Gedanke zu “Lilith

  1. „Beziehungen, wie wir sie heute führen sind historisch geformt“ „…Bilder von Mann und Frau herausgebildet, die schädlich geworden sind.“
    Ja, das hast Du sehr gut zusammengefasst. Auch mein Blog würde nicht existieren, wenn unsere Gesellschaft und damit wir die alten Rollenmuster gegen zeitgemäße tauschen könnten.

    Gefällt mir

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